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RATGEBER - Sex & Psyche

Angst vor sexuellem Genuss

Die Angst vor sexuellem Genuss ist häufig auf unglückliche Erfahrungen in der Kindheit zurückzuführen. Menschen, die unter ihr leiden, empfinden die Sexualität prinzipiell als verunsichernd. Dessen sind sie sich oft nicht bewusst, weil der Körper die Psyche vor der Angst schützt.

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Wenn als Reaktion auf eine stimulierende Situation eine sexuelle Funktionsstörung auftritt, ist dies für den betroffenen Mann oder die betroffene Frau vordergründig störend. Doch in Wahrheit handelt es sich hierbei um eine raffinierte Vermeidungsstrategie: Der Betroffene ist wegen der Funktionsstörung gezwungen, den sexuellen Versuch abzubrechen. Er kann dadurch Situationen vermeiden, in denen Ängste aufkommen könnten.

Auch die berühmte Migräne ist eine Vermeidungsstrategie.

Eine Frau, welche die Migräne vorschiebt, um nicht mit ihrem Mann schlafen zu müssen, ist allerdings tatsächlich krank.

Sie entwickelt ihre (echten) körperlichen Symptome auf perfekte Weise zu genau dem richtigen Zeitpunkt, um der gefürchteten Tortur zu entgehen.

Andere Menschen mit Sexualängsten haben sich darauf spezialisiert, zu Hause eine möglichst unattraktive Erscheinung abzugeben oder sich bis spät in die Nacht mit Arbeit, Telefonaten oder Fernsehen aufzuhalten, nur um sich vor der gefürchteten Sexualität zu schützen.

Hinter solchen Reaktionen liegen oft traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Wenn Mädchen früher bei Doktorspielen erwischt und dafür bestraft wurden, oder wenn man Jungen das Onanieren streng verbot und erklärte, es laufe dabei das Rückenmark aus, dann sind solche Erfahrungen für aktuelle Triebängste oder Gewissensängste verantwortlich und damit auch für Lust- und Potenzstörungen.

Im Erwachsenenalter sind diese Menschen entsetzt über sich, wenn sie Bedürfnisse nach solchen inzwischen von ihnen selbst als „schmutzig“ empfundenen Handlungen verspüren. Diese Ängste können verhindern, dass die Betroffenen überhaupt eine sexuelle Beziehung eingehen.

Haben sie sich aber doch auf einen Partner eingelassen, dann entstehen Beziehungsängste, weil die Betroffenen einem Idealbild folgend mit ihrem Partner/ihrer Partnerin harmonisch in „reiner“ Liebe verkehren möchten. Die „schmutzige“ Sexualität passt nicht in dieses Bild.


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