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RATGEBER - Sex & Psyche

Trennung und Trauer

Nach dem Ende einer wichtigen Liebesbeziehung, sei es durch Tod, durch Scheidung oder Trennung, gehen Menschen unterschiedliche Wege, um mit der Trauer zurechtzukommen. Die einen suchen sich für eine Übergangsphase wahllos neue Sexualpartner, mit denen sie ihre schmerzende Wunde zupflastern wollen. Andere verlieren (scheinbar) völlig das Interesse an Sexualität und zeigen keinen Wunsch nach einer neuen Partnerschaft.

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Trauer ist notwendig. Aber sie muss dazu führen, den verlorenen oder gestorbenen Partner innerlich loszulassen und sich in die Situation zu fügen. Falsch verstandene Trauer bedeutet, den vor dem Verlust bestehenden Zustand innerlich wiederherzustellen und (in der Phantasie) am Leben zu erhalten. Für Menschen, die in ihrer Trauer stagnieren, hat der Psychotherapeut Dr. Thomas Weiss, Mannheim, folgendes Verfahren entwickelt: Immer wenn der Gedanke an den verlorenen Partner hochkommt, soll man ihn sich zwar merken, ihn aber erst zu einer festgelegten Uhrzeit zu Ende denken. Immer um beispielsweise 17.00 Uhr kann man sich einschließen, eine Kerze anzünden und das Bild des verlorenen Geliebten betrachten. Jetzt ist die Zeit da, schrankenlos traurig zu sein und Erinnerungen an schöne Stunden hervorzuholen. Man wird bald merken, dass man als Betroffener durch dieses Arrangement für den Rest des Tages lebensfähig bleibt, aber auch, dass irgendwann der „Stoff“ für die Trauer ausgeht. Eine zelebrierte Trauer, der man ernsthaft nachgeht, ist das beste Mittel, um in einer angemessenen Zeit den Verlust zu bewältigen.

Es gibt übrigens auch Hilfe bei Trauer, eine so genannte Trauerbegleitung. Sie wird entweder von der Stadt, Kirche oder von karitativen Einrichtungen angeboten. Man findet Beratung und Begleitung in Verlust-, Krisen- und Umbruchsituationen. Sexualität ist zu einem bestimmten Zeitpunkt immer auch ein wichtiges Thema. Die Begleitung kann in einem Gruppetreffen oder auch in Einzelkontakten bestehen. Sie dauert unterschiedlich lang, aber mit mindestens einem Jahr ist zu rechnen.


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