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Kinder mit zu vielen Pestiziden belastet

Schulkinder in Österreich sind stärker mit Pestiziden belastet als zu erwarten wäre. Darauf lässt eine Stichprobe schließen, die die Umweltschutzorganisation Global 2000 am heutigen Dienstag präsentiert hat. Auf direkte gesundheitliche Gefahren deuten die gefundenen Werten zwar nicht, dennoch sei politisches Handeln aufgrund denkbarer Langzeitschäden erforderlich. " Ein richtiger Schritt wäre die Umstellung von Schulbuffets auf biologisch produzierte und damit Pestizid-freie Lebensmittel", so Global 2000-Sprecher Jens Karg.

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Insektenmittel im Harn

Große Biomonitoring-Studien zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung den Organophosphaten, einer in der konventionellen Landwirtschaft weit verbreiteten Pestizid-Klasse, ausgesetzt sind. Global 2000 ließ nun stichprobenartig die konkrete Belastung bei fünf Wiener Schülern im Alter von 15 bis 18 Jahren testen. Bei allen waren im Harn Organophosphor-Verbindungen in überdurchschnittlichem Ausmaß zu finden. "Die täglich akzeptierte Dosis wird anscheinend überschritten", berichtet Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien.

Kinder sind aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen körperlichen und kognitiven Entwicklung besonderes empfindlich gegenüber Pestiziden. Schädliche Wirkungen selbst von geringen Mengen an Organophosphaten etwa auf die Intelligenz belegen mehrere aktuelle Studien. "Pestizide beeinträchtigen das Nervensystem. Bisher wurden Zusammenhänge mit dem Aufmerksamkeits-Defizit, dem Hormonsystem, dem Stoffwechsel und auch mit der Entstehung von Adipositas gezeigt", so Hutter.

Schulbuffets mit Breitenwirkung

Als Gegenmaßnahme fordern die Umweltaktivisten die politische Vorgabe, dass Schulbuffets künftig nur biologische Lebensmittel verkaufen dürfen. Diese Umstellung hätte laut Global 2000-Jugendsprecher Sven Hergovich gleich mehrere Vorteile. "Wenn Kinder in der Schule Bio-Äpfel bekommen, färbt das auch auf die Familien ab. Deren Gesundheit, jedoch auch die Umwelt profitieren durch den Verzicht auf Pestizide. Zudem wäre eine derartige Regelung ein wichtiges Signal an die heimische Landwirtschaft."

Ein Umdenken wird dabei allerdings nicht nur in der Politik, sondern auch beim Konsumenten fällig. "Viele der Pestizide werden nur für die Kosmetik eingesetzt, damit etwa Äpfel eine makellose Schale erhalten. Die Käufer sollten diesen Anspruch stärker hinterfragen, denn Lebensmittel wachsen in der Natur und enthalten dadurch automatisch Veränderungen oder Schäden", betont Daniela Hoffmann, Pestizid-Expertin bei Global 2000. 

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 03.05.2011)

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