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RATGEBER - Sex & Körper

Sex mit Vakuumpumpe

Es gibt bei unwiderruflichen Schädigungn der Nerven zum Beckenboden und Genitalbereich des Mannes auch die Möglichkeit einer Vakuumpumpe. Hier wird mechanisch ein Unterdruck erzeugt, der zu einer Steifheit des Penis führt. Die Erektion reicht für etwa zehn Minuten.

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Eine Vakuumpumpe besteht aus einem durchsichtigen Plastikzylinder, einem Penisring und einer kleinen Hand- oder Elektropumpe. Die Handhabung funktioniert so: Tragen Sie Gleitmittel auf die Innenseite des Pumpenylinders und auf den Penisschaft inklusive Übergang zum Bauch auf. Führen Sie den Penis in den durchsichtigen Plastikzylinder hinein. Drücken Sie den Zylinder auf den Bauch, sodass keine Luft mehr hineinkommt. Dann erzeugen Sie mit der Pumpe den Unterdruck, je nach Hersteller geschieht dies manuell oder elektrisch. Durch den Unterdruck fließt venöses Blut in die Schwellkörper. Sobald eine ausreichende Steifheit vorliegt, wird ein Penisring (andere Bezeichnungen: Stauring, Restriktionsring) von dem Pumpenzylinder auf den Penis gestreift, danach wird die Pumpe entfernt.

Tipps zur Anwendung:

  • Verwenden Sie ausreichend viel Gleitmittel!
  • Lassen Sie sich Zeit! Machen Sie beim Pumpen kleine Pausen. Der Penis vergrößert sich auch dann. Pumpen Sie erst dann weiter, wenn der Penis nicht mehr größer wird.
  • Falls Schmerzen auftreten, beginnen Sie noch mal von vorne! Es kann daran liegen, dass Sie zu schnell waren oder Hautteile mit in den Zylinder gezogen werden. In diesem Fall stellen Sie wieder normale Druckverhältnisse im Zylinder her (dafür besitzt jede Pumpe ein Ablassventil), setzen die Pumpe neu an, und beginnen von vorne.
  • Experimentieren Sie mit unterschiedlich großen Penisringen! Diese werden mit jeder Pumpe mitgeliefert. Beginnen Sie mit einem relativ großen Penisring. Wenn dann die Erektion zu schnell wieder nachlässt, verwenden Sie einen kleineren Ring. Der Ring sollte allerdings nicht so klein  gewählt werden, sonst schmerzt er. Unter Umständen helfen auch zwei Ringe.
  • Falls keine ausreichende Erektion entsteht, rasieren Sie Ihre Schamhaare ab. Dann ist besser sichergestellt, dass die Pumpe luftdicht am Körper anliegen kann. Ein angenehmer Nebeneffekt ist auch, dass man beim Entfernen des Penisrings nicht versehentlich an den Schamhaaren rupft.
  • Lassen Sie sich nicht gleich entmutigen! Es dauert einige Tage oder Wochen, bis Sie den „Dreh“ raushaben.
  • Der Penisring muss nach maximal 30 Minuten wieder entfernt werden, da sonst durch die fehlende Versorgung des Penis mit Blut bleibende Schäden auftreten können.
  • Der Penisring verhindert eine normale Ejakulation. Bei einem Mann ohne Prostata spielt das natürlich keine Rolle, weil der sowieso keine Ejakulation mehr hat. Anderen Männern mag das als ein Nachteil erscheinen.
  • Die Pumpe muss regelmäßig entsprechend der Gebrauchsanleitung gepflegt werden, damit die Dichtungsringe auch nach längerem Gebrauch den Innenraum gut abdichten und ein genügend hoher Unterdruck erzeugt werden kann.
  • Billige Pumpen aus dem Sexshop taugen nichts für die langjährige Anwendung. Wenn der Arzt die Vakuumpumpe verschreibt, dann zahlt die Krankenkasse auch nach der Gesundheitsreform und im Gegensatz zu den Arzneimitteln gegen ED die Pumpe.

Fortschritte in der Medizin

Heute wird übrigens nicht mehr direkt radikal operiert, sondern unterschiedliche Therapiemethoden dem individuellen Zustand eines angepasst. Nach einer Operation kommt es darauf an, so schnell wie möglich wieder zu einer Erektion zu kommen, auch mit Hilfe von einem PDE-5-Hemmer. Wie der Urologe Dr. Frank Sommer in einer Studie gezeigt hat, wird auf diese Weise der Penis trainiert, damit sich das Schwellkörpergewebe nicht zurückbildet. Und – noch eine positive Nachricht zum Schluss: Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich in den ersten 18 Monaten nach einer solchen Operation das Nervengewebe wieder erholt.


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