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RATGEBER - Rund ums Auge

Ich schau Dir in die Augen: Spaltlampe

Apropos Licht. Es spielt eine wichtige Rolle bei einem weiteren Gerät der Augenuntersuchung. Die Untersuchung mit der Spaltlampe fehlt fast bei keinem Augenarztbesuch.
Bei dieser handelt es sich um eine Art Mikroskop, das einen Blick in die vorderen Teile des Auges ermöglicht.

Es lässt sich auch mit anderen Instrumenten, etwa dem Kontaktglas oder dem Tonometer kombinieren, auf die wir noch später zu sprechen kommen.
Für die Untersuchung legt der Patient seinen Kopf auf eine Kinnstütze. Um das Auge zu beleuchten, verwendet der Augenarzt einen schmalen Lichtspalt, daher der Name Spaltlampe. Der Augenarzt verändert die Spaltgröße, abhängig von dem, was er untersucht.

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Da im Normalfall Linse und Hornhaut durchsichtig sind, lässt sich weit in das Augeninnere schauen. Die Untersuchung verläuft völlig schmerzlos.

Mit Hilfsmitteln kann man mit der Spaltlampe auch den Augenhintergrund untersuchen. Das spielt eine besonders wichtige Rolle. Denn ein Blick auf den Augenhintergrund sagt viel über die Gesundheit der Sehorgane aus.
Vor allem der Zustand von Netzhaut, Sehnerv, Blutgefäßen und Aderhaut sagt viel über mögliche Erkrankungen aus.

Um sich den Augenhintergrund mit der Spaltlampe anzusehen, muss der Augenarzt die Pupille künstlich erweitern. Dies geschieht mit Hilfe spezieller Augentropfen.

Nach der Untersuchung reagieren viele Patienten empfindlich auf Licht und fühlen sich geblendet. Zudem reduzieren die Augentropfen die Sehschärfe.
Autofahren bleibt deswegen nach dem Augenarztbesuch mit Pupillenerweiterung tabu. In der Regel normalisiert sich die Sehkraft nach drei Stunden wieder, wenn die Wirkung der Tropfen nachlässt. Fotografien erlauben es, den aktuellen mit vergangenen Befunden zu vergleichen.

Verhindern Erkrankungen oder Verletzungen einen Blick auf den Augenhintergrund, kann der Arzt das Auge mit Hilfe von Ultraschall untersuchen.

Der "Hut" des Augenarztes: Ophthalmoskop

Für den Blick auf den Augenhintergrund bieten sich neben der Spaltlampe auch andere Instrumente an.

Es handelt sich um so genannte Ophthalmoskope, die sich der Augenarzt wie einen Hut aufsetzt und mit denen er in das Auge leuchtet. Mithilfe einer Lupe kann er den Augenhintergrund beurteilen. 

Lässt tief blicken: Kontaktglas

Eine weitere Möglichkeit bietet das Kontaktglas, das der Augenarzt mit der bereits erwähnten Spaltlampe kombiniert. Es erlaubt einen Blick auf die Netzhaut.

Für die Untersuchung tröpfelt der Augenarzt zunächst einen Betäubungstropfen auf das Auge.
Anfangs brennt der Tropfen etwas, aber nach einigen Sekunden ist die Augenoberfläche vorübergehend betäubt. Dann setzt er das Kontaktglas vorsichtig auf das Auge.

Während der Augenarzt das Kontaktglas bewegt, spüren Patienten möglicherweise einen leichten Druck auf den Augen. In der Regel treten aber keine Schmerzen auf.

Der Augenhintergrund liefert nicht nur Informationen über unser Sehorgan, er erlaubt auch Rückschlüsse auf andere, den ganzen Körper betreffende Erkrankungen.

Zum Alltag gehören für Augenärzte Patienten, die unter Diabetes mellitus leiden. Die Zuckerkrankheit schädigt nicht nur die Blutgefäße von Herz, Niere und an den Füßen, sondern auch die des Auges. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Erblindung.

Krankhafte Veränderungen des Auges lassen aber auch Rückschlüsse auf Bluthochdruck oder erhöhten Cholesterinspiegel zu. Sie gelten als Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Angiographie - ein Farbstoff macht die Gefäße sichtbar

Die Blutgefäße des Auges macht der Arzt mit der so genannten Angiographie sichtbar. Sie macht die Gefäße der Netzhaut und teilweise der Aderhaut sichtbar.

Für die Untersuchung spritzt man einen Farbstoff, der Natriumfluorezein genannt wird, in die Armvene.

Anschließend setzt sich der Patient vor eine Photokamera und blickt in diese. Während sich das Mittel in den Blutgefäßen des Körpers und damit auch in denen der Augen verteilt, werden Photos angefertigt.

Der Kontrast der Aufnahmen entsteht durch das Leuchten - Fachleute sprechen von Fluoreszenz - des Farbstoffes, das entsteht, wenn das Licht einer bestimmten Farbe darauf scheint. Die Methode heißt deswegen auch Fluoreszeinangiographie.

Ein anderer Farbstoff - das Indocyaningrün - lässt den Augenarzt etwas tiefer in das Gewebe blicken. Er ist besonders wichtig bei Menschen mit einer altersbedingten Makuladegeneration. Es findet keine Belastung mit Röntgenstrahlen oder radioaktiven Stoffen statt, wie sie teilweise andere bildgebende Verfahren verwenden.

Das Kontrastmittel scheidet der Körper über den Urin aus. Dieser leuchtet am gleichen Tag hellgelb.
Auch die Haut nimmt einen gelblichen Ton an, als wenn man zu viele Mohrrüben gegessen hat.
Manchmal kommt es für ein bis zwei Minuten zu einer leichten Übelkeit. Allergische Reaktionen treten sehr selten auf.

Um die Ecke schauen - Gonioskopie

Bei der Gonioskopie verwendet der Augenarzt eine Variante des Kontaktglases, das er wieder mit der Spaltlampe kombiniert. Es erlaubt ihm einen Blick um die Ecke in den Winkel des vorderen Auges.

Beim gesunden Auge fließt dort ungehindert das so genannte Kammerwasser ab. Diese Flüssigkeit läuft permanent in das vordere Auge wie bei einem immer aufgedrehten Wasserhahn. Beim Glaukom treten oft Störungen des Abflusses auf.

Das Gonioskop zeigt aber auch, ob sich Narbengewebe gebildet hat oder Farbstoffe eingelagert haben. Wie beim herkömmlichen Kontaktglas betäubt der Augenarzt das Auge vor der Untersuchung mit speziellen Tropfen.


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