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RATGEBER - Haarausfall

Androgenetische Alopezie

Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls bei Männern.
Die häufigste ist der erblich bedingte Haarausfall (Androgenetische Alopezie).

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Sie tritt bei 95 Prozent der an Haarausfall leidenden Männer auf. Mehr als die Hälfte der über 50-jährigen Männer sind davon betroffen.
Verantwortlich sind Gene und Geschlechtshormone.

Der typische Verlauf

  1. Stadium: Der Haaransatz weicht zurück (Geheimratsecken).
  2. Stadium: Das Haar lichtet sich (Tonsur)
  3. Stadium: Geheimratsecken und Tonsur laufen zusammen.
  4. Stadium: es bildet sich die Glatze.

1. Stadium: Ursache

Eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Es reichert sich an den Haarwurzeln an und schneidet sie nach und nach von der Blutzufuhr ab. Folge: die Wurzeln schrumpfen und verdorren. Die Haare fallen aus und kommen nie wieder.

Eine aktuelle Umfrage (2002) des Deutschen Grünen Kreuzes ergab, dass 32% der Männer und 57% der Frauen durch Haarausfall "in Angst und Schrecken" (Zitat) versetzt werden. Jeder Dritte sucht therapeutische Hilfe.

Nur ein Viertel aller Männer ab dem 45. Lebensjahr hat volles Kopfhaar. Häufigste Ursachen sind genetische Faktoren in Verbindung mit Testosteron.
Ein Glatzkopf demonstriert, dass viel Testosteron vorhanden ist. Deshalb behielten Eunuchen bis ins hohe Alter ihre Lockenpracht, meinen Forscher der Kosmetikgruppe L´Oréal.

Allerdings muss sich niemand mit seinem Haarausfall abfinden. Bereits beim ersten Auftreten eines verstärkten Haarverlustes sollte der Hautarzt aufgesucht werden.

Der Fachmann kann die Kopfhaut, den Gesundheitszustand und das Wachstum der Haare durch ein so genanntes Trichogramm (Haarwurzeluntersuchung) überprüfen.
Der Arzt nimmt 50 Haare unter die Lupe und zählt, wie viele sich noch im Wachstum befinden (normal 85 Prozent).

Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall gehen die Haare schneller in die Ruhepause über und fallen aus. Der Grund ist DHT, dass den Lebenszyklus der Haare reguliert.
Die Wachstumsphasen werden kürzer, wenn jemand besonders empfindlich auf DHT reagiert. Schließlich verkümmern die Haarwurzeln. Dann wachsen die anfänglichen Geheimratsecken bald zu einer glänzenden Platte aus.

Unter dem Mikroskop werden einige vom Kopf entnommene Haare analysiert. Die Auswertung gibt dem Hautarzt Aufschluss über den Grund des Haarverlustes. Er wird dann eine auf die Krankheit individuell zugeschnittene Therapie einleiten.

In Deutschland gibt es eine Pille für Männer, die an erblich bedingtem Haarausfall leiden. Wissenschaftler der Universität München kamen zu dem Ergebnis, dass die kontinuierliche Einnahme von Finasterid den Haarausfall stoppt und die Haardichte verbessert.

Nach Studien des Herstellers stoppt dieser Wirkstoff bei sechs von sieben behandelten Männern den Haarausfall. In zwei Drittel der Fälle wuchsen die Haare dichter.

Der Wirkstoff Finasterid hemmt die Aktivität des Enzyms 5-Alpha-Reduktase, mit dessen Hilfe Testosteron in DHT umgewandelt wird. Die Menge von DHT im Blut verringert sich und die Haarwurzeln können sich erholen.
Neue Haare sprießen. Dieses allerdings nur, wenn in den Wurzeln noch Leben steckt, und wenn das Präparat dauerhaft eingenommen wird. Werden die Tabletten abgesetzt, setzt der Haarausfall von Neuem ein.

Laut Hersteller stoppt auch die Haartinktur Minoxidil in zwei Dritteln der Fälle den Haarausfall schon nach acht Wochen. Sie wird zweimal täglich angewendet. Bei 8 Prozent der Patienten wurde er zumindest verzögert. Warum es wirkt, ist bislang nicht bekannt.
Vermutlich regt es die Durchblutung und damit das Haarwachstum an.

Neben dem "normalen" hormonbedingten Haarausfall gibt es auch Sonderformen. Dazu gehört z. B. der "Gleichmäßige, vorübergehende Haarausfall" (Diffuse Alopezie), bei dem die Haare büschelweise ausgehen.

2. Stadium: Ursache

entzündliche Erkrankungen, Stresssituationen, Medikamenteneinnahme, Zink- und Eisenmangel, Umweltgifte.
Vom hormonbedingten Haarausfall zu trennen ist auch der "Kreisrunde Haarausfall" (Alopezia areata). Dieser beginnt mit einzelnen kahlen Flecken auf der Kopfhaut und kann zur Vollglatze führen. Er gilt jedoch als reversibel.

3. Stadium: Ursache

Noch ungeklärt.

Was kann man noch tun?

Bei allzu kahlen Stellen helfen Echthaar-Transplantationen. Die Kosten (1500 - 6000 Euro) werden nicht von der Kasse erstattet.


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