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RATGEBER - Rund ums Auge

Kontaktlinsen: Die Tränenschwimmer

Nicht nur Brillen helfen fehlsichtigen Augen, sondern auch Kontaktlinsen.
Rund zweieinhalb Millionen Bundesbürger nutzen diese Form der Sehhilfe. Kontaktlinsen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie eine Brille.

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Nur liegt die künstliche Linse diesmal nicht auf einem Gestell vor den Augen, sondern befindet sich direkt auf der Hornhaut. Sie sind quasi auf der Tränenflüssigkeit schwimmende Kunststoffschalen.

Vorteile von Kontaktlinsen

  • Es gibt keine Brillenfassung, die das Blickfeld einengt.
  • Je stärker das Brillenglas ist, desto weniger scharf bildet es am Rand ab. Kontaktlinsen verschaffen dagegen eine klare Rundumsicht.
  • Kontaktlinsen stören nur bei wenigen Aktivitäten.
  • Mit den Linsen lassen sich fast alle Fehlsichtigkeiten korrigieren. Auch solche mit starken Verkrümmungen der Hornhaut.
  • Kontaktlinsen sind für Außenstehende nahezu unsichtbar und verändern nicht das natürliche Aussehen.
  • Kontaktlinsen beschlagen und verstauben nicht.

Die Linsen sind trotzdem nicht jedermanns Sache. Bei vielen verursachen sie ein Fremdkörpergefühl in den Augen. Außerdem verändern sie den Tränenhaushalt, was zu einem trockenen Auge führen kann.

Zudem können verstärkt Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze auftreten. Die Linsen selbst und ihre Pflegemittel können auch zu allergischen Reaktionen am Auge führen.

Harte und weiche Typen

Der Augenarzt prüft in der Vorsorgeuntersuchung, ob Patienten überhaupt Kontaktlinsen tragen dürfen und empfiehlt den geeigneten Typ. Es gibt zwei Sorten: harte und weiche Kontaktlinsen.

Harte gibt es bereits seit 1950. Sie bestehen aus Kunststoff wie Plexiglas, Silikon oder Zelluloseacetatbutyrat.
Sie haften beziehungsweise schwimmen auf der Hornhautoberfläche und halten bis zu drei Jahren.
Ihr Durchmesser ist etwas größer als die Pupille. Gerade weil sie so klein sind, können sie leicht aus den Augen fallen.

An harte Kontaktlinsen muss sich das Auge erst eine Weile gewöhnen, da sie ein stärkeres Fremdkörpergefühl als weiche Linsen verursachen. Dafür lassen sich diese Linsen einfacher pflegen. Außerdem gelangt durch sie relativ viel Sauerstoff hindurch, was besonders der Hornhaut sehr gut tut.

Zusätzlich saugen sich harte Kontaktlinsen nicht auf der Augapfeloberfläche fest. Deswegen eignen sie sich sehr gut, um Verkrümmungen der Hornhaut auszugleichen.

Weiche Kontaktlinsen wurden Anfang der 70er Jahre entwickelt. An sie muss sich das Auge zwar nicht so lange gewöhnen und das Tragen wird in der Regel als angenehm empfunden.

Dafür gleichen diese Linsen nur relativ kleine Verkrümmungen der Hornhaut aus, weil sie nicht so gut auf der Augapfeloberfläche schwimmen wie ihre harten Konkurrenten.
Im Gegensatz zu harten Linsen erfordern die weichen eine intensivere Pflege und verschleißen schneller.  

Einmallinsen und Austauschsysteme

Es gibt verschiedene Systeme. Einige weiche Linsen haben wie die harten eine maximale Tragezeit, nach der sie ihre Träger ersetzen sollen. Einmallinsen werden nur einmal verwendet. Sie haben den Vorteil, dass sie keine gesonderten Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen benötigen.

Händewaschen vor und nach dem Einsetzen gehört aber auch hier zum Pflichtprogramm.

Austauschsysteme wechseln Benutzer nach einer vom Hersteller festgelegten Dauer. Der häufigste Zyklus dauert
30 Tage.
Es gibt aber auch Systeme für vierzehn Tage, drei oder sechs Monate. Sie müssen genauso behandelt werden wie herkömmliche weiche Linsen. Allerdings sammeln sie während der kürzeren Zeit nicht so viele Ablagerungen an.

Besondere Vorteile besitzen Kontaktlinsen beim Sport. Sie lassen sich leichter handhaben als eine Brille, die bei einigen sportlichen Aktivitäten eher stört. Skifahrer können beispielsweise auf eine Spezialbrille mit ihrer Sehstärke verzichten.

Auch viele Wassersportler wie Taucher oder Schwimmer können die Linsen mit einer klassischen Schutzbrille kombinieren. Die bei diesen Sportarten verwendeten Linsen sind größer als die sonst üblichen. Das verhindert, dass das Wasser sie leicht aus dem Auge spült.

Seit einiger Zeit gibt es auch getönte Kontaktlinsen mit UV-Schutz. Allerdings benötigen ihre Verwender in vielen Situationen trotzdem eine herkömmliche Sonnenbrille. Bei schnell wechselnder Beleuchtung, etwa bei der Autofahrt in einen Tunnel, lassen sich die getönten Linsen nicht abnehmen wie eine Brille.

Hochwertige Sonnenbrillen schützen nicht nur die Augen, sondern auch das benachbarte Gewebe wie die Augenlider vor den UV-Strahlen. Zudem schirmen sie Wind und aufgewirbelten Schmutz und Staub ab.


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